Speyer: Stadt ohne Rassismus -      Stadt mit Courage

Aktuelles:

Die vorliegende Antidiskriminierungsagenda lehnt sich eng an den Wortlaut an, den auch die Courage-Schulen im Rahmen des Projektes "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" unterzeichnen.

Insofern ist unsere Agenda keineswegs beliebig oder beugt sich leichtfertig einem angeblich linken Zeitgeist, sondern bewegt sich vollständig im Rahmen einer bundesweiten Initiative, um in Städten einen Geist der gegenseitigen Achtung und des Respekts zu etablieren.

Vielmehr werden dadurch fundamentale Werte gestützt, die auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen und diese stärken wollen.

Wer dies in Zweifel zieht, hat fundamental nicht verstanden, wofür diese Agenda steht und befindet sich unserer Ansicht nach außerhalb der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, die wir immer verteidigen werden.

 


Die Rosa Luxemburg Stiftung RLP hat zur Lesereise eingeladen.

In Kooperation mit uns und anderen  Interessengruppen, Vereinen u.a. findet am 21.10.2019

19 - 22 Uhr im Ägidienhaus Speyer eine Veranstaltung statt:

Ziviler Ungehorsam für die Menschlichkeit - Lesung mit Pia Klemp

Pia Klemp ist seit 2012 im Rahmen ziviler Rettungsmissionen im Mittelmeer unterwegs. 2017 wurde eines ihrer Schiffe – die Iuventa – beschlagnahmt. Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen Klemp und weitere Crewmitglieder wegen »Beihilfe zur illegalen Einwanderung«. Da sie aufgrund von drohender U-Haft zurzeit keine Einsätze fahren, hat sie ein Buch über ihre Zeit an Bord auf dem Mittelmeer geschrieben, das zur Buchmesse 2019 unter dem Titel „Lass uns mit den Toten tanzen“ im Augsburger Maro Verlag erscheint.

Eine Kapitänin sticht mit einer Crew aus Hippies, Punks und Weltverbesserern in See, da tausende Menschen im Mittelmeer ertrinken, die Zuflucht in Europa suchen. Die Crew kann nicht akzeptieren, dass die EU-Staaten die Seenotrettung eingestellt haben und die Menschen wissentlich sterben lassen. Sie orientiert sich uneingeschränkt an der Einhaltung der universellen Menschenrechte. Als ihre Rettungseinsätze sabotiert und kriminalisiert werden, nimmt das abgekartete politische Spiel neue Dimensionen an.

Die Sicht der Kapitänin entlarvt, wie die europäische Politik ihre selbst propagierten Werte verrät. Sie kämpft rigoros gegen die Verbrechen des herrschenden Systems und hadert mit Fluch und Segen ihrer eigenen Freiheit. Nur der eigene Aufstand bietet Hoffnung, den eigenen Überzeugungen gerecht zu werden. Der Roman zeigt schonungslos, wie die Zweifel an einer Gesellschaft steigen, die millionenfaches Leid mental und politisch auf größtmöglicher Distanz zu halten versucht.

Das Buch ist eine Feier von zivilem Ungehorsam, Alkohol, Freundschaften, Romanzen und eine brennende Liebeserklärung an den Kampf für Gerechtigkeit.

Pia Klemp (*1983), Aktivistin, studierte Biologie und arbeitete mehrere Jahre als Tauchlehrerin in Indonesien. Neben verschiedenen anderen Projekten ist die Kapitänin seit 2012 für Tier- und Menschenrechte an Bord der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd und bei zivilen Rettungsmissionen im Mittelmeer unterwegs. 2017 wurde die Iuventa beschlagnahmt, seitdem trägt sie den Kampf um Liebe und Revolution in Vorträge und Diskussionen und nun auch auf das literarische Parkett.

Ausstellung RECHTSaussen - MITTENdrinn

Wir zeigen in Kooperation mit Junge Menschen im Aufwind vom 01. bis 18. April die Ausstellung RECHTSaußen-MITTENdrin?des Beratungnetzwerkes Hessen.

Wahlerfolge rechtsextremer Parteien, der Erfolg einer rechtsextremen Jugendkultur und die Akzeptanz rechtsextremer Einstellungen in Teilen der Bevölkerung machen deutlich, dass Facetten von Rechtsextremismus nicht nur "rechtsaußen", sondern "mittendrin" in unserer Gesellschaft sind.

Doch was ist eigentlich Rechtsextremismus? 

Die mobile Ausstellung bietet auf 25 Roll-Ups zahlreiche Antworten auf diese und weitere Fragen.

 

Die Ausstellung ist in den Räumen von Junge Menschen im Aufwind zu sehen und ab einem Alter von 14 Jahren geeignet.

Öffnungszeiten:

Für Schulklassen: Mo-Do 8:00 bis 12:00

Für alle anderen Interessierten:

Mo-Mi        13:00 bis 15:00

Do                 13:00 bis 18:00 und

Sa 06.04.   13:00 bis 18:00

 

Im Rahmen der Ausstellung bieten wir Führungen und Workshops an. Bei Interesse bitte anmelden unter: christiane.schneider@juma-speyer.de

Kurze Information:

Stellungnahme von SOR-SMC Speyer zum Poetry Slam „Zivilcourage“ vom 26.09.2018 um 18 Uhr in der Postgalerie in Speyer im Rahmen der IKW 2018:

 

Zunächst einmal möchten wir uns nochmals bei allen Slammer*Innen für ihre Teilnahme, vor allem aber für ihre Texte sowie bei dem zahlreich erschienenen Publikum bedanken. Besonderer Dank gilt auch der Siegerin des Abends, Laura Wolber, mit ihrem tiefgreifenden Text und ihrer mitreißenden Präsentation!

 

Ein Poetry Slam ist ein Wettbewerb der Bühnendichter*Innen, ein Gladiatorenkampf der Redenschwinger*Innen – so haben wir ihn letztlich beworben. Und was einen solchen Wettbewerb ausmacht, sind natürlich Unterschiede. Unterschiede in Bezug auf die Art des Vortrages, aber auch in Bezug auf den Inhalt. Gerade bei dem gewählten Thema „Zivilcourage“ lässt sich nicht abstreiten, dass jeder Mensch ein anderes Verständnis von und einen anderen Bezug zu diesem Begriff vorweist. Nicht nur deshalb muss ein Poetry Slam einen das Thema kritisch beleuchtenden Text verkraften, sondern auch aufgrund unseres hohen, grundrechtlichen Wertes der Meinungsäußerungsfreiheit aus Art. 5 I 1 Var. 1 GG.

 

Und damit möchten wir nun auch direkt an unseren Abend anknüpfen. Es ist richtig, dass bei einem, sich zu den anderen Texten deutlich abgrenzenden, Vortrag kurzzeitig für wenige Sekunden (!) das Mikrofon abgestellt wurde. Dies hatte jedoch in keinster Weise das Ziel, die präsentierende Person „mundtot“ zu machen, zu zensieren oder die Meinungsäußerungsfreiheit zu untergraben. Diesen Vorwurf weisen wir entschieden zurück. Vielmehr sahen wir durch die aufkommenden Unruhen und die aufgeheizte Stimmung im Saal keine andere Möglichkeit zu einer schnellen Deeskalation und Beruhigung der Situation im Interesse aller Beteiligten. Nur so konnte das Fortführen des Vortrages und ein weiteres Auftreten aller Slammer*Innen ermöglicht werden – denn diese waren es, die im Fokus des Abends stehen sollten.

 

Gerade deshalb verurteilen wir auch jegliche Form von Buhrufen oder Pfiffen, gleichgültig welchem Text sie gelten mögen – ein solches Verhalten hat im Rahmen eines Poetry Slams nichts zu suchen! Natürlich müssen wir an dieser Stelle auch von unserer Seite eingestehen, dass ein klarer Aufruf zur Unterlassung dieser Handlungen hätte erfolgen müssen. Einer der Punkte, die wir von diesem Abend und unserem ersten organisierten Poetry Slam mitnehmen und zukünftig anders handhaben werden.

 

Weiterhin möchten wir auf den Ausschluss dieses kritischen Textes von der Preisverleihung Bezug nehmen. Wie auf unserem Flyer angekündigt und für einen Poetry Slam üblich, bestimmt die Lautstärke des Applauses (!) über die Gewinner*Innen des Abends. Abgesehen davon, dass ein Applaus-O-Meter auch bei Buhrufen oder Pfiffen anschlägt, welche selbstverständlich nicht in die Bewertung miteinließen können, sahen wir uns als Veranstalter*Innen aus anderem Grunde gezwungen, diese Regel bei gegebenem Text aufzuheben: Die Veranstaltung fand unter der Leitung vom JSR Speyer und SOR-SMC-Speyer im Rahmen der Interkulturellen Woche 2018 in Speyer statt. Die Veranstalter als auch die IKW stehen für Toleranz und Akzeptanz, für Offenheit und Vielfältigkeit, für ein buntes Gesellschaftsbild. Sie stehen für ein Zeichen gegen jegliche Art von Fremdenhass und Ausgrenzung. All diesen Zielen würde mit Erlaubnis des Slams an der Teilnahme der Preisverleihung entgegengewirkt, widersprochen. Vorgetragener Text zielte bewusst, durch im heutigen Sprachgebrauch negativ konnotierte Wörter wie „Neger“, „Zigeuner“, „Muselmann“ oder „Antifanten“ auf bestimmte Gruppierungen von Menschen ab, verallgemeinerte und diffamierte. Und zog die im Alltag von diesen Menschen erfolgende oder diesen Menschen entgegengebrachte Zivilcourage und somit das Thema des Abends ins Lächerliche (Zitat: „Und das nennt sich dann Zivilcourage, Und wisst ihr was? – das ist für’n Arsch.“). Hinzu kam, dass die rechtliche Einordnung des Textes für uns als Laien kaum einschätzbar war. So wurde natürlich mit Blick auf Art. 5 I 1 Var. 1 GG das vollständige Vortragen des Textes gewährt, sodass sich ein Vorwurf des Verstoßes gegen die Meinungsäußerungsfreiheit nicht halten kann. Jedoch sahen wir uns als Veranstalter*Innen und Vertreter*Innen einer offenen Gesellschaft gezwungen, den Vortrag von der Preisverleihung alleine auszuschließen und den Text dazu zu disqualifizieren.

 

Trotz dieses Ereignisses freuen wir uns natürlich, dass die anderen Texte dem ernsthaft gerecht geworden sind, was im Mittelpunkt des Abends stand: Zivilcourage, den Mut, den jemand beweist, indem er humane und demokratische Werte ohne Rücksicht auf eventuelle Folgen in der Öffentlichkeit, gegenüber Obrigkeiten oder Vorgesetzten vertritt (Vgl. duden).

 

Den ersten Text unserer Gewinnerin findet Ihr hier: Poetry Slam „Zivilcourage“

Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage (SOR-SMC) ist ein Projekt von Aktion Courage e.V.. Diese wurde 1992 von Bürgerinitiativen, Menschenrechtsgruppen, Vereinen und Einzelpersonen aus allen gesellschaftlichen Bereichen und politischen Lagern als eine Antwort auf den gewalttätigen Rassismus in Mölln, Solingen, Hoyerswerda und Rostock gegründet.

Nachdem eine Steuerungsgruppe bestehend aus Schulen, Vereinen und Institutionen aus Speyer gebildet wurde, wurde eine Antidiskriminierungsagenda mit Grundsätzen unserer Arbeit entwickelt. Diese wurde mit 100% Konsens vom Speyerer Stadtrat unterzeichnet. Zudem haben die beteiligten Institutionen zahlreiche Aktionen im Rahmen des Projektes organisiert, um ein Zeichen gegen jegliche Art von Diskriminierung und Fremdenhass zu setzten und die Mitmenschen über dieses Thema zu sensibilisieren.

Nach einer fast 2-jährigen Projektphase haben wir es dadurch geschafft das Schülerprojekt über die Grenzen der Schuleinrichtung hinaus als schulübergreifendes Projekt in Speyer durchzusetzen! Speyer ist nun offiziell als erste Stadt in Rheinland-Pfalz und 11. Stadt bundesweit Stadt ohne Rassismus - Stadt mit Courage.

Unsere Paten sind:
1.  Christian Schad, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz
2.  Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Bischof von Speyer,
      am Tag der Verleihung vertreten durch
Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer
3.  Elias Harris, Basketballspieler
4.  Irene Alt, ehemalige Ministerin für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen
      des deutschen Bundeslandes Rheinland-Pfalz

Über SOR-SMC


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